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“Studierende sind ein wichtiger Faktor!”

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Irland vor dem Referendum zur gleichgeschlechtlichen Ehe

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Am 22. Mai wird in Irland über die gleichgeschlechtliche Ehe abgestimmt. Wir konnten im Vorfeld der Wahl mit Niki, Mitglied der Amnesty International Society an dem University Collage Cork (UCC) im Süden der Insel sprechen.

Brennstoff: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, was macht ihr als Ortsgruppe zur Unterstützung des Referendums und wie ist das Feedback der Studierenden?

Niki: Der Wortlaut des Referendums wurde ganz offiziell vom Amnesty Irland gebilligt und letzte Woche (Anfang März; d Red.) hat unsere landesweite Kampagne gestartet. Aber auch schon im Vorfeld waren wir fleißig aktiv und haben auf dem Campus geworben, sich in die Wählerlisten einzutragen.
(In Irland liegt das Wahlalter bei 18 Jahren, allerdings müssen sich alle bis zum 25. November als Wähler*innen registrieren, um im nächsten Jahr an allen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen zu können; Anm. d. Red.)
Unsere Aktion, gemeinsam übrigens mit der Irish Student Union war außerordentlich erfolgreich und über 3000 Studierende haben sich alleine in Cork neu in die Listen eingetragen. Landesweit haben sich ca. 20.000 Student*innen neu eingetragen. Studierende sind für die Wahl sehr wichtig, denn die überwiegende Anzahl ist für eine Gleichstellung. Bei einer „Vorwahl“ auf dem Campus haben sich über 90% für ein „Yes“ ausgesprochen! Weiterlesen

Wir haben die goldenen Aluhüte!

von

Von der Lügenpresse bis zur Weltverschwörung

von Kim und Daniel

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Während wir noch vor wenigen Jahren ungläubig über den Atlantik blickten und über Amerikaner*innen staunten, die kruden Verschwörungstheorien wirklich
glauben, gibt es nun auch in Deutschland zunehmend Menschen, die von einer fremdgelenkten „Systempresse“ sprechen und statt der pluralistischen deutschen
Medienlandschaft – die alle einer Verschwörungstheorie zufolge „fremdgelenkt“ werden – dann einfach lieber dem russischen Staatsfernsehen Russia Today
Glauben schenken. So ist es kein Wunder, dass bei Pegida und Co. einfach alles, das der eigenen Meinung zuwider läuft, einfach „Lügenpresse“ ist. In AfD-Kreisen beliebt ist nun auch das Gerücht um die Bezahlung von Gegendemonstrant*innen wahlweise durch die Stadt oder die Antifa. Die Stadträt*innen der AfD München wollten daher konsequenterweise wissen, ob die Gegendemonstrant*innen direkt oder indirekt bezahlt worden sind oder ob ihnen die Anfahrt bezahlt worden ist. Generell haben in Deutschland Verschwörungstheorien gerade Hochkonjunktur, was wir zum Anlass nehmen, in diesem Artikel einige Theorien näher zu untersuchen. Weiterlesen

Land statt Frust

von

von Leonhard Simon

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Will die CSU ihr Bayern in Deutschland und der Welt präsentieren, greift sie immer wieder gerne auf den Slogan „Laptop und Lederhosen“ zurück. Tradition und Moderne – so wird suggeriert – seien im Freistaat so selbstverständlich wie, um im CSU-Jargon zu bleiben, Berlin und Schulden. „Der baJUware“, das Mitgliedermagazin der JU Bayern, formuliert es sogar noch ein bisschen direkter: „So sind und so sehen sich die Bayern nun mal: als etwas ganz Besonderes.” Etwas ganz Besonderes daran ist lediglich die hohe Nase, die wieder einmal zur Schau gestellt wird und den Blick auf den Boden der Tatsachen verhindert.
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Der Wert des Mülls – Containern gegen die „Wegwerfgesellschaft“

von

von Leandra Beyse

Was kann ich mir im nächsten Supermarkt für 310 € kaufen? Ziemlich viel.
500g Nudeln kosten kaum über 1€. Da erscheinen diese 310€ wie ein kleines Vermögen. Nun muss man diese Summe mit der Bevölkerungsanzahl der Bundesrepublik Deutschland (ca. 82 Mio. Menschen) multiplizieren um den ungefähren Wert der Lebensmitteln zu errechnen welche in Deutschland ungenutzt weggeschmissen wird. In Kilogramm: durchschnittlich 81 pro Person.

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Auf der anderen Seite stehen laut Welthungerhilfe 2 Milliarden Menschen die weniger als 1800 Kilokalorien am Tag zu sich nehmen können, also unterernährt sind. Während erst in den letzten Jahren Spitzenpolitik und Medien vorsichtig auf die Problematik dieser immensen Verschwendung machten begannen bereits in den 1990er Jahren immer mehr Konsum-, und Globalisierungskritische Menschen sich genau von jenem Essen zu ernähren , welches von Supermärkten und Produzenten als wertlos erachtet und entsorgt wird. Die Mehrzahl hat zwar das Geld um sich ernähren zu können, ist aber aus ethischen Gründen nicht bereit Unternehmen zu unterstützen die eine derart wahnsinnige Ungerechtigkeit vorantreiben. Weiterlesen

Kartoffelauflauf

von

von Franzi Mack

Ein Gespenst geht um in Deutschland – PEGIDA. Unter diesem Namen versammeln sich „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, um mit rechten Parolen Stimmung gegen Migrant*innen und Geflüchtete zu machen. Besonders Menschen einer bestimmten Glaubensrichtung scheinen ihnen dabei ein besonderer Dorn im Auge zu sein, nämlich des Islams. Doch statt fundierter, argumentativer Religionskritik belaufen sich die Forderungen dieser Gruppierung vor allem auf eine: „Unser Land – unsere Werte“. Mit dieser Parole demonstriert auch in Würzburg eine wütende Meute an besorgten Bürger*innen, die sich vor Zuwanderung fürchten. Vor allem ältere Männer nehmen an solchen Demonstrationen teil, sie schüren Ängste und erzählen irgendwas von wegen, „damals sei alles besser gewesen“. Als sie zum ersten Mal in Würzburg aufmarschiert sind, waren sie ca. 25 und standen in der Innenstadt einem zivilgesellschaftlichem Protest von 250 Menschen entgegen. Weder die Veranstalter*innen, noch die Polizei vor Ort rechnete mit einem solch starkem Zeichen gegen Rechts. Beim zweiten Mal sah das Ganze hingegen schon anders aus: zwar wurden auch die Teilnehmenden der Pegida-Demo ein paar mehr, doch vor allem die Mobilisierung des Gegenprotests verlief äußerst erfolgreich: ein breites Bündnis an Parteien, Kirchen, Initiativen und Einzelpersonen stellte sich erneut der rassistischen Hetze entgegen und zeigte der Sauercrowd, dass Nazis in Würzburg nicht willkommen sind.

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(WüGiDa Gegen-Demonstration am 15.12.2014. Foto: Sebastian Hansen)
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Klimawandel und Kohlenstoffkreislauf – Die Zusammenhänge

von

Biologie: das vielleicht faszinierendste Schulfach für jede*n Grüne*n. Dort wird uns schließlich (auf mehr oder weniger interessante Weise) erklärt, wie die Welt eigentlich funktioniert, die wir so unbe- dingt schützen wollen. Denn wenn man es nur lang genug ausgehalten hat – nach all dem langweiligen Auswendiglernen sämtlicher Innereien eines Rindes oder dem grausamen Sezieren eines armen Frosches – ist es endlich soweit: Ökologie. Mit all ihren Populationsdichten, Räuber- Beute-Verhältnissen und schließlich: dem Kohlenstoffkreislauf. Produzenten (Pflanzen) nehmen Wasser und CO2 auf und stellen Glucose und Sauerstoff her, was die Konsumenten (Tiere) verbrauchen. Weiterlesen

Körperkult in den Medien

von

von Daniel und Benjamin Thébaud

Unabhängig von jedweden klimatischen Rahmenbedingungen gibt es ein untrügerisches Zeichen, dass entweder der Sommer oder Silvester vor der Türe steht: Die fast gesamte Medienlandschaft [außer der Brennstoff] erklärt uns „Wir sind zu fett!“ Die Süddeutsche Zeitung schreibt z.B.: „Die meisten Menschen wollen 2014 mehr für ihre Gesundheit tun“ und beglückt uns ungefragt mit sieben Tipps für Männer und Frauen, sich 2014 sportlich zu betätigen.
Pauschal wird also mindestens über 50 % der Leser*innenschaft unterstellt, sich im neuen Jahr häufiger sportlich betätigen zu wollen. Was wirklich dahinter steckt, zeigt sich im letzten Absatz: „Dann weiter auf die Matte – Bauchmuskeltraining. Das geht so weiter, bis das Trainingsshirt klatschnass ist, man selbst völlig außer Atem und man die Trainerin, diese durchtrainierte Amazone, zum Teufel wünscht (wahlweise natürlich auch den Trainer, diesen drahtigen Kraftprotz) […] Aber siehe da: Schon nach ein paar Treffen spürt man es, die Muskeln sind straffer, die Waage zeigt weniger Pfunde an – und man fühlt sich deutlich besser.“ Unter dem Label Gesundheit wird hier vor allem das Ziel propagiert, als Frau einen schlanken „durchtrainierten“ Körper zu besitzen und als Mann „drahtig“ und muskulös dem vorherrschenden Schönheitsideal näher zu kommen.

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